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Hinschauen statt verschweigen: Offenbach aktiv am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Die Verschleppung, Vergewaltigung und Ermordung der drei Schwestern Mirabal am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik durch Soldaten des ehemaligen Diktators Trujillo ist Hintergrund eines Aktions- und Gedenktages, der seit 1981 weltweit begangen wird. Der von den Vereinten Nationen deklarierte Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wird weltweit am 25. November mit Aktionen und Veranstaltungen von Frauenprojekten und Initiativen begleitet. Sie richten sich gegen Gewalt, die Frauen und Kindern angetan wird, und sollen an den Kampf der drei Schwestern für Frauen- und Menschenrechte erinnern.

Die Kommunale Frauenbeauftragte der Stadt Offenbach, Karin Dörr, nutzt diesen Tag, um auf gegenwärtige Probleme aufmerksam zu machen: „Meine Gedanken sind heute bei den Frauen und Mädchen, die weltweit auf der Flucht sind, die gedemütigt, die zwangsverheiratet, entführt, verkauft, vergewaltigt und ermordet werden, wie es etwa die jesidischen Frauen im Irak durch die IS-Faschisten erleben müssen“, sagt Dörr. „Die Gewalt gegen sie begründen die Täter, die Kinder und Frauen benutzen und ermorden, letztendlich damit, dass es sich bei ihnen um weibliche Wesen beziehungsweise um sogenannte Menschen zweiter Klasse handele. In dieser faschistischen Ideologie und Praxis sehe ich die Spitze des Eisberges der Gewalt gegen Frauen, der wir eine Kultur der gelebten Menschenwürde, der Gleichberechtigung und der Demokratie entgegensetzen müssen.“ Dörr weist darauf hin, dass in Offenbach in jahrzehntelanger Arbeit und koordiniert durch das städtische Frauenbüro ein beachtliches Hilfesystem aufgebaut wurde, um den Betroffen von Gewalt in Beziehungen (Häusliche Gewalt) und von sexualisierter Gewalt Beratung, Unterstützung und medizinische Versorgung zugänglich zu machen.

Daran beteiligt sind unter anderem die Beratungsstellen des Vereins Frauen helfen Frauen und pro familia Offenbach, des Weißen Rings, der Stadt Offenbach, der Justiz und der Polizei sowie der Kliniken. Auch gibt es laut Dörr ein Beratungsangebot des Caritasverbandes Offenbach für Männer, die sich mit der von ihnen ausgeübten Gewalt beschäftigen, um sie zu beenden, und Beratung für die Gruppe hochstreitiger Paare. Die Stadt Offenbach finanziert diese Beratungs- und Unterstützungsangebote auf Basis von Leistungsverträgen aus eigenen Mitteln und mit Unterstützung des Landes Hessen.

In Deutschland erlebt jede dritte Frau in Deutschland zwischen 16 und 85 Jahren, so das Ergebnis einer Studie des Bundesfamilienministeriums, mindestens einmal im Leben Gewalt als Opfer; insgesamt erlebte fast jede siebte Frau schwere sexuelle Gewalt. Nach Auskunft des bundesweiten Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen (Telefon: 08000 116 016), das rund um die Uhr besetzt und in 15 Sprachen erreichbar ist, ist Gewalt gegen Frauen bis heute ein Tabu.

Nur jede fünfte Betroffene wende sich an eine Beratungs- oder Unterstützungseinrichtung. Daher läuft aktuell die Aktion „Wir brechen das Schweigen“, an der sich auch Einzelpersonen beteiligen können, die mit Selfies oder Gruppenbildern die Aktion ins Netz und auf die Straße bringen (im Internet über den Hashtag #schweigenbrechen). Auf der Seite www.aktion.hilfetelefon.de werden weitere Aktionsideen und viele Infomaterialien präsentiert. (hlwa)

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