Antirassismus Offenbach

Gemeinsame Erklärung gegen Intoleranz und Gewalt

Die Vorstände und Vertreter der islamischen Gemeinden und Moscheevereine unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung gegen Intoleranz und Gewalt, die wir hier gerne wiedergeben:

Aus Anlass des Angriffs von Jugendlichen auf Journalisten des SWR-Fernsehens am 07. Juni 2013 erklären die Moscheegemeinden in der Stadt Offenbach, der Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt Offenbach und der Integrationsdezernent gemeinsam:

Das friedliche Zusammenleben in Offenbach ist das Ziel aller unserer Aktivitäten. Dieses Zusammenleben wird massiv gestört, wenn andere Menschen wegen ihrer Religion und Weltanschauung, ihrer Rasse, ihrer Nationalität oder ihres Aussehens herabgesetzt, beschimpft oder gar mit körperlicher Gewalt angegriffen werden. Das gute Zusammenleben ist auch gestört, wenn die Presse behindert, Journalisten bedroht und angegriffen werden.

Wir verurteilen deshalb den Angriff auf Journalisten vor der Tauheed-Moschee. Dies darf sich nicht wiederholen. Alle haben die Verantwortung, in ihrem jeweiligen Bereich dafür zu sorgen, dass Intoleranz und Gewalt keinen Platz bekommen. Meinungen, die anderen Menschen die Würde und das Recht auf körperliche Unversehrtheit absprechen sind Ausdruck von Intoleranz und können ein Schritt in Richtung Gewalt sein. Deshalb dürfen solche Meinungen in Offenbach keinen Platz haben.

Der Dialog zwischen den islamischen Gemeinden und den Vertretern der Stadt Offenbach funktioniert gut und wird fortgesetzt. Die aktuellen Vorfälle dürfen nicht dazu führen, dass muslimische Bürgerinnen und Bürger, islamische Gemeinden und deren Vorstände pauschal verurteilt werden. Sie tragen keine Schuld an den Vorfällen.

Alle Vorstände der islamischen Gemeinden in Offenbach bekennen sich zu Ihrer besonderen Rolle und Verantwortung bei der gemeinsamen Bekämpfung von Gewalt, Radikalismus und Extremismus, die behaupten, dies im Namen der Religion zu machen. Auch die Stadt Offenbach bekennt sich zu ihrer besonderen Rolle und Verantwortung für die Prävention durch Jugend- und Bildungsarbeit.
Alle Vorstände der islamischen Gemeinden werden wie bisher aufmerksam beobachten, was in ihren Moscheen passiert. Sie werden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür sorgen, dass sich ein Vorfall wie am 07. Juni 2013 in Offenbach nicht wiederholt.

Wenn Sie bei der Präventionsarbeit konkrete Unterstützung brauchen, werden Sie sich wie bisher an die Stadt oder die Polizei wenden. Die Stadt wird die islamischen Gemeinden in der Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Dies schließt beispielsweise eine Kooperation mit dem Förderverein „Sicheres Offenbach“ ein.
Der Vorstand der Tauheed-Moschee wird selbstverständlich helfen, den Angriff vom 07. Juni 2013 vollständig aufzuklären.

Offenbach am Main, den 18. Juni 2013

Quelle auf Offenbach.de

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